BGH bestätigt: fünfeinhalb Jahre Haft für vorgetäuschte Vergewaltigung

Opferabo 2.0Der Bundesgerichtshof (BGH, Beschluss vom 22.10.2014 – 2 StR 62/14) hat die Verurteilung einer 50 Jahre alten Frau zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe bestätigt. Die Lehrerin hatte einen Kollegen wahrheitswidrig beschuldigt, sie in einem Raum der Schule, an der beide arbeiteten, vergewaltigt zu haben. Der Mann war daraufhin zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er musste seine Strafe bis zum letzten Tag absitzen. In ein normales Leben fand er danach nicht mehr zurück. Zwar wurde er am 05.07.2011 in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen, er starb jedoch ein knappes Jahr später am 29.06.2012.

In einem aufsehenerregenden Prozess hat das Landgericht Darmstadt die Frau, die durch die Falschbeschuldigung eine sogenannte Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft begangen hatte, sodann im September 2013 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt (LG Darmstadt, Urteil vom 13.09.2013 – 15 KLs 331 Js 7379/08). Die von der Angeklagten eingelegte Revision gegen dieses Urteil hat der BGH nun verworfen. Das Urteil gegen die Frau ist damit rechtskräftig.

Dass derartige Fälle von Falschbeschuldigungen leider keine Einzelfälle sind, ist spätestens seit der causa Kachelmann auch einer breiteren Öffentlichkeit deutlich geworden. Dennoch geschieht dies immer wieder. So berichtete beispielsweise die Kollegin Braun erst heute von einem Fall in Hamburg, in dem das vermeintliche Opfer glücklicherweise recht früh zur Wahrheit zurückkehrte und kein Unschuldiger ins Visier der Ermittler geriet.

Nachtrag: Selbstverständlich ist dem Kommentar von Paul R. beizupflichten, der anmerkt, dass im Fall Kachelmann eine Falschbezichtigung nicht rechtskräftig festgestellt wurde. Dennoch hat gerade dieser prominente Fall dazu beigetragen, die Problematik vorgetäuschter Vergewaltigungen ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu rücken.

5 thoughts on “BGH bestätigt: fünfeinhalb Jahre Haft für vorgetäuschte Vergewaltigung

  1. Wo kann man eigentlich nachlesen, dass Kachelmann Opfer einer Falschbeschuldigerin wurde? Meiner Erinnerung nach führte das Landgericht Mannheim seinerzeit in den Urteilsgründen explizit aus, dass die Frau tatsächlich Opfer einer Vergewaltigung geworden sein könnte. Ferner wies das Landgericht Frankfurt die Schadensersatzklage Kachelmanns ab, die Berufung vor dem OLG Frankfurt dauert noch an. Haben Sie Insiderwissen, Herr Just?

  2. Aufsehen darf so ein Prozeß eigentlich garnicht erregen, da es selbstverständlich sein muß, daß eine Falschbeschuldigerin auch die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt. Wer auf so perfide Weise eine Existenz bzw. ein Leben zerstört, muß sowohl straf- als auch zivilrechtlich mit seinem gesamten Vermögen zur Rechenschaft gezogen werden. Leider kommen – dem deutschen Genderwahn zugunsten von Frauen – noch viel zu viel falsch beschuldigende Frauen vor Gericht ungeschoren davon.

    Traurig auch die Rolle des beteiligten Kultusministeriums. Das Opfer (Hr. A.) hätte ohne Wenn und Aber wieder in das Beamtenverhältnis und den Schuldienst eingestellt werden müssen. Allein die Aussage „Er könne sich ja wieder bewerben“, was – wie wir ja wissen – erfolglos verlief, ist ein Skandal unter Skandalen. Doch davon hört und liest der geneigte Leser (ach Entschuldigung, muß ja korrekt LeserIn heißen) nichts.

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