Quarzhandschuhe – wirklich ein verboten gefährliches Werkzeug?

Quarzhandschuhe

Ein mit Quarzsandpolstern bestückter Lederhandschuh

Quarzsandhandschuhe sind nicht nur in Türsteherkreisen beliebte Berufsbekleidungsstücke. Sie sind beim Fußball ein beliebtes Szene-Accessoire in der dritten Halbzeit und werden mitunter auch gerne von Polizeibeamten bei Einsätzen getragen. Unklarheit herrscht jedoch oft darüber, ob Quarzsandhandschuhe (kurz Quarzhandschuhe) generell verboten sind oder ihre Verwendung zumindest im Einzelfall untersagt ist.

Ein Quarzsandhandschuh ist ein Lederhandschuh, der im Bereich der Fingerknöchel eine Lederpolsterung besitzt, die mit Quarzsand gefüllt ist.

Mit Quarzsand gefüllte Handschuhe unterfallen nicht dem deutschen Waffengesetz, da es sich bei ihnen nicht um eine Waffe im Sinne des Waffenrechts handelt. Es fehlt den Handschuhen bereits an der Zweckbestimmung als Hieb- und Stoßwaffe. Die Waffeneigenschaft wurde dementsprechend auch schon vom Bundeskriminalamt in einem aufgrund § 2 V WaffenG ergangenen Feststellungsbescheides ausdrücklich verneint (vgl. Bescheid des BKA vom 12.07.2006 Az. KT 21 / SO 11-5164.01 – Z-41). Folglich sind damit der Besitz und das Führen von Quarzsandhandschuhen im Hinblick auf das Waffengesetz unbedenklich.

Nicht nur aus Strafverteidigersicht ist aber interessant, ob Quarzsandhandschuhe zumindest im Einzelfall ein gefährliches Werkzeug im Sinne des Strafgesetzbuches (StBG) darstellen können. Dies würde bei einer Körperverletzung beispielsweise bedeuten, dass bei einem Faustschlag mit quarzsandgefülltem Handschuh statt einer einfachen Körperverletzung (§ 223 StGB) vielmehr eine gefährliche Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB) vorliegt. Eine solche wird im Mindestmaß mit sechs Monaten Freiheitsstrafe geahndet.

Der Bundesgerichtshof sieht in einem Quarzhandschuh ein gefährliches Werkzeug (BGH, Urteil vom 26.04.2012 – Az. 4 StR 51/12) .

Quarzhandschuhe sind in der Regel gefährliche Werkzeuge im Sinne des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB. Ein gefährliches Werkzeug ist ein solches, das nach seiner objektiven Beschaffenheit geeignet ist, erhebliche Körperverletzungen auszuführen. Eingenähter Sand in Handschuhen verstärkt deren Schlagwirkung und hat eine solche Wirkung.

Die Vorinstanz (LG Stendal, Urteil vom 06.11.2011) hatte die Gefährlichkeit der Handschuhe noch ausdrücklich verneint. Das Landgericht ging davon aus, dass die Quarzhandschuhe lediglich dem Passivschutz des Trägers dienten und deshalb nicht als gefährliches Werkzeug im Sinne von § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB einzustufen seien.

Der BGH verweist in seiner (im Hinblick auf die angenommene Gefährlichkeit von Quarzhandschuhen recht knappen und pauschalen) Entscheidung vom 26.04.2012 zur weiteren Begründung auf zwei vorangegangene Beschlüsse, darunter auch auf einen Beschluss vom 25.09.1997 (BGH, Beschluss vom 25.09.1997 – Az. 4 StR 438/97), in dem es heißt:

Nach den Urteilsgründen war der Angeklagte beim Landfriedensbruch u.a. mit „Quarzhandschuhen bekleidet“, die „äußerst geeignet zum Austeilen erheblicher Schlagverletzungen“ sind (UA 17, 36).

Die Voraussetzungen des § 125 a Satz 2 Nr. 2 StGB erfüllen nicht nur Waffen im technischen Sinn, sondern alle Gegenstände, die nach ihrer objektiven Beschaffenheit und der beabsichtigten konkreten Art ihrer Benutzung geeignet sind, erhebliche Verletzungen herbeizuführen (vgl. BGHR StGB § 125 a Waffe 1; BayObLG JR l987, 466; Lenckner in Schönke/Schröder StGB 25. Aufl. § 125 a Rdn. 8 m.w.N.). Die Quarzhandschuhe, die die Folgen eines Schlages deutlich verstärken, haben eine solche Wirkung.

Während der Beschluss vom 25.09.1997 zumindest inhaltlich noch etwas zum Thema Quarzsandhandschuhe enthält, geht der Verweis auf den Beschluss vom 10.01.2011 (Az. 5 StR 515/10) völlig ins Leere. Denn darin findet sich lediglich ein einziges Mal das Wort Quarzhandschuhe – allerdings ohne jegliche rechtliche Bewertung.

Auf welcher Grundlage der Bundesgerichtshof nun genau dazu kommt, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe als gefährliches Werkzeug einzustufen, bleibt dem geneigten Leser verborgen.

Die Quintessenz der beiden hier relevanten Entscheidungen des BGH ist: Quarzhandschuhe verstärken die Folgen eines Schlages erheblich. Sie sind daher dazu geeignet, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Deshalb sind sie wiederum ein gefährliches Werkzeug.

Diese Annahme ist bereits aus physikalischer Sicht schlichtweg falsch. Quarzhandschuhe erhöhen weder die Schlagkraft eines Menschen noch sind dazu geeignet, die Verletzungsgefahr bei einem Faustschlag zu erhöhen. Schlagkraft (physikalisch: Schlagenergie) ist die kinetische Energie, die freigesetzt wird, wenn ein Körper auf einen anderen trifft. Diese Energie wird beim Faustschlag maßgeblich durch die Muskelkraft der den Schlag ausführenden Person bestimmt. Dazu kommen weitere Faktoren wie der Winkel des Schlages oder die Stelle, an der der Schlag auftrifft. Ein Schlag mit einem Quarzhandschuh kann also bereits technisch gesehen nie zu einer höheren Schlagenergie führen, als ein Schlag mit blanker Faust. Der Sand in den Handschuhen dient der Polsterung. Diese Polsterung wirkt nicht nur in Richtung der eigenen Hand, sondern auch nach außen. Im schlimmsten Fall bleibt die freigesetzte Schlagenergie also gleich hoch. In der Regel wird sie aber geringer sein. Denn die Sandpolsterung verteilt die Schlagenergie auf eine deutlich größere Trefferfläche. Wie das Ansicht des Bundesgerichtshofs zu einer Erhöhung der eigentlichen Schlagenergie führen soll, bleibt unklar. Überspitzt gesagt: tritt Ihnen eine Dame auf den Fuß, wird dies für Sie schmerzhafter sein, wenn sie dabei einen Schuh mit Pfennigabsatz trägt, als wenn ihr Fuß in einem Turnschuh steckt.

Alleine die Verwendung eines Quarzhandschuhs erhöht das Risiko von Verletzungen nicht. Auch führt die Verwendung eines solchen Handschuhs nicht dazu, dass der Träger fester zuschlägt, als er es ohne Handschuh getan hätte. In der Praxis wird bei einem Faustkampf in der Regel mit größtmöglicher Wucht zugeschlagen – unabhängig davon, ob ein Handschuh getragen wird oder nicht.

Dementsprechend führt folgerichtig auch das Bundeskriminalamt in seinem oben zitierten Feststellungsbescheid ausdrücklich an:

Die Verletzungsgefahr eines Gegners ist durch die Verstärkung mit der Füllung nicht signifikant erhöht, vielmehr dient die Füllung dem Schutz vor eigenen Verletzungen.

Diesen Aspekt hätte der BGH zumindest bei seinen nach 2006 getroffenen Entscheidungen berücksichtigen können. In einem Beschluss aus dem letzten Jahr (BGH, Beschluss vom 18.09.2013 – Az. 5 StR 403/13) hat der Bundesgerichtshof aber erneut die Gefährlichkeit von Quarzhandschuhen betont. In diesem Fall im Sinne von § 250 Abs. 1 Nr. 1a StGB. Dies führt dazu, dass sich bei einem Raub die Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr auf satte drei Jahre erhöht, wenn einer der Täter bei der Tat Quarzhandschuhe mit sich führt – er muss sie nicht einmal angezogen haben. Zur Begründung verweist der Senat in seiner Entscheidung ohne weitere Argumente auf den Beschluss des 4. Strafsenats vom 26.04.2012, der sich ja wiederum auf seinen 17 Jahre alten Beschluss von 1997 stützt.

Handschuhe

Sogenannte Bikerhandschuhe mit Kunststoffprotektoren

Dass der Bundesgerichtshof unter Umständen eine ganz falsche Vorstellung von mit Quarzsand gefüllten Handschuhen hat, zeigt der Hinweis in seiner Entscheidung vom 26.04.2012 auf sein Urteil vom 13.01.2005 (Az. 4 StR 469/04). Darin ging es um mit Plastik verstärkte Bikerhandschuhe. Diese Handschuhe sind in keinster Weise mit Quarzhandschuhen vergleichbar. Zwar wird der Sand in den Quarzhandschuhen beim Ballen der Faust gepresst und damit in gewissem Umfang verdichtet. Die hier in Rede stehenden Bikerhandschuhe waren jedoch an den Innen- und Außenseiten mit harten Plastikteilen versehen und alleine schon aus diesem Grund dazu geeignet, stärkere Verletzungen hervorzurufen, als der Schlag mit der bloßen Faust. Quarzsandhandschuhe dagegen verfügen über keine derart harten Bestandteile.

Fazit: Es soll keinesfalls in Abrede gestellt werden, dass Quarzhandschuhe gerne und oft in einschlägigen Kreisen bei körperlichen Auseinandersetzungen getragen werden. Dennoch ist es – mitunter auch in diesen Kreisen – eine verbreitete Falschannahme, alleine die Verwendung von Quarzhandschuhen könnte beim Getroffenen stärkere Verletzungen hervorrufen, als ein Schlag mit der blanken Faust. Die Handschuhe schützen den Träger primär faktisch vor Verletzungen an der eigenen Hand. Dementsprechend handelt es sich bei Quarzhandschuhen auch nicht um ein gefährliches Werkzeug im Sinne des Strafgesetzbuches. Würde sich der Zuschlagende statt der Quarzhandschuhe, ein Handtuch um die Faust wickeln, käme auch niemand auf die Idee, in dem Handtuch ein gefährliches Werkzeug zu sehen.

Der Ordnung halber sei jedoch darauf hingewiesen, dass das Tragen von Quarzsandhandschuhen im Einzelfall dennoch verboten sein kann. Nach § 17a Abs. 1 Versammlungsgesetz ist es bei öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel nämlich untersagt, Gegenstände mit sich zu führen, um damit Vollstreckungsmaßnahmen der Polizei abzuwehren. Hierzu können auch Quarzhandschuhe dienen. Allerdings muss dann auch die konkret erkennbare Absicht bestehen, mit den Handschuhen beispielsweise Knüppelschläge der Polizei abzuwehren. Aus einem bloßen Mitführen von Quarzhandschuhen im Rucksack oder in der Hosentasche darf nicht automatisch auf einen solchen Willen geschlossen werden (OLG Dresden, Beschluss vom 17.06.2008 – Az. 1 Ss 401/08).

11 thoughts on “Quarzhandschuhe – wirklich ein verboten gefährliches Werkzeug?

  1. Ihre Ausführungen zur Energieübertragung sind nicht korrekt.

    Grundsätzlich bleibt zwar die Schlagenergie konstant und wird zu gleichen Teilen auf Schlagenden und Geschlagenen übertragen.
    Die Verformbarkeit der beiden Oberflächen und die Größe der Kontaktfläche sind aber entscheidend für die Schlagwirkung.

    Bedenken Sie Ihre allgemeine Lebenserfahrung: Wenn ich Sie mit einem Holzstock schlage, würden Sie es dann vorziehen, dass ich ihn mit einem weichen Material einwickle oder mit ledernen Quarzsandtaschen? Die Gesamtschlagenergie bleibt die gleiche, das ist bloß völlig uninteressant.

    • Also entschuldige mal ich habe dein Textfeld mal benutzt, ich meine aber das Thema allgemein. Ich habe manchmal das Gefühl hier brauchen einige Obrigkeiten der Behörden dringendst psychiatrische Hilfe. Allein so ein Thema aufzugreifen, da lacht sich ja jeder „wirkliche“ Täter mit Recht kaputt. Wenn ich von der Baustelle gleich nach hause fahre und in der Bahn führe ich noch „Stichwaffen“ wie Schraubenzieher und mein Kabelmesser“ mit, brauche ich wahrscheinlich einen Waffenschein. Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Damit meine ich alle die vor lauter Langeweile ihre Daseinsberechtigung legitimieren müssen. Mann kann in der Tat, würde ich auch machen, wenn mich einer mit einem Messer töten will und ich hätte schnell die Möglichkeit Handschuhe die sogar noch Proctetoren an den Knöcheln besitzen, dann werde ich aber doppelt so schnell zuschlagen. Erstmal war ich vor 30Jahren TaeKwon Do Meister und damals wären die Knochen des Gegners zersplittert. Heute bei meinem Gelenkentzungen ist es wohl umgekeht. Und wenn ich mich schützen kann mit so einem Handschuh, dann ist es für mich ein Knöchelschutz und keine Waffe. Deutschland besteht nur noch aus Vollidioten. Wenn alles verboten ist, dann darf man auch garnichts verkaufen, alle Selbstverteidiungs schulen schließen und alle Waffen verkaufsverbot. Jaaaaa, kaufen sollen wir ja alle, das ist ja der Sinn. Aber die Richter wollen uns zum Täter machen, weil sie Angst haben vor dem Messerstecher, weil es meist Leute sind, weiter brauche ich nicht zu schreiben, das weiß jeder. Wenn ich die möglichkeit hätte, dann hätte ich mir sogar Schlagring selbsgebaut, Mütze übern Kopf, Augen frei, wie die Antifa, und den Täter in die Flucht schlagen und dann nichts wie weg. Nachher fotografiert mich noch jemand und ich komme wegen so einen Mörder in Haft nur weil ich jemanden das Leben gerettet habe…..

  2. @Thomas R.:

    Ich verstehe Ihren Vergleich nicht ganz. Die Frage ist doch nicht, ob der Holzstock in weiches Material oder in Quarzsandtaschen eingewickelt ist. Entscheidend ist doch, ob es einen Unterschied macht, ob der Schlag mit dem blanken Holzstock erfolgt oder ob der Stock zusätzlich in Quarzsandtaschen eingewickelt ist. Hier dürfte der Schlag mit dem in Quarzsandtaschen eingepackten Stock weniger weh tun als mit dem blanken Knüppel. Auf jeden Fall kann er in keinem Fall MEHR weh tun.

    • @ Triller:
      Sie täuschen sich. Die menschliche Hand ist bei weitem nicht so hart wie ein Holzstock, ein Holzstock mit Schaumstoffpolsterung wäre ein geeigneterer Vergleich. Beim Schlag geht Energie verloren da die Faust komprimiert wird. Entsprechend geschnittene Handschuhe oder Bandagen verhindern diese Komprimierung und verstärken so den Schlag, so als ob man am beispielhaften Holzstock die Polsterung mit Riemen oder dergleichen zusammenpressen würde.
      Des weiteren ist die maximale Bewegungsgeschwindigkeit der Muskeln biologisch vorgegeben (Art und Zusammensetzung der Muskelfasern), nicht jedoch die maximale Kraft (diese lässt sich durch Training steigern). Schlägt man nun mit gleicher Geschwindigkeit einmal mit und einmal ohne das zusätzliche Gewicht der Quarzhandschuhe, so wird nach E= 0,5*mv² der Schlag mit den Handschuhen um m(Handschuh)*0,5*v² mehr Energie enthalten.

  3. Das ist absolut richtig. Die gegenteilige Auffassung des BGH beruht auf einer in Justizkreisen bzw. Juristenkreisen oft weit verbreiteten Unkenntnis der Art und Weise von körperlichen Auseinandersetzungen, was sich z. B. auch bei § 32 StGB stark realitätsfern auswirken kann. Ein Schlag mit der bloßen Faust (Stichwort: Knöchelerhebungen) ist weit gefährlicher für den Betroffenen. Googeln Sie mal „barenuckle fight / boxing“…. Einzig das Argument, der Schlagende wird aufgrund der Schutzwirkung des Handschuhs stärker zuschlagen, weil er keine eigenen Verletzungen befürchtet, spricht vordergründig für die Auffassung des BGH. Dies ist jedoch 1. lediglich eine Vermutung und 2. betrifft dies genau genommen nicht das „Werkzeug“ und dessen objektive Beschaffenheit, sondern die von ihm ausgehende psychische Wirkung. Schöner Beitrag!

    • Die erhebliche Masse (Gewicht) der Handschuhe wird hierbei vernachlässigt – bei gleicher Schlaggeschwindigkeit erhöht sich die Aufprallenergie bei der Verwendung von Quarzhandschuhen erheblich, und das ist auch beabsichtigt, sonst hätte man sie ja mit einem leichteren Material gepolstert. Das BGH durfte in seiner Einstufung als gefährliches Werkzeug daher ziemlich richtig liegen.

      • Sebastian Schneiter

        @Hans Wurst

        Ihre Schlussfolgerung ist so nicht ganz stimmig. Denn eine weiche Polsterung würde dazu führen, dass der Schlag für den Getroffenen auch deutlich milder ist. Dies ist beispielsweise im Boxsport so gewollt, weshalb die Handschuhe dort mit weichem Material gefüttert sind und nicht mit Sand. Bei Sandhandschuhen geht es rein um den Eigenschutz und nicht darum, dass der Schlag auch für den Getroffenen milder ist.

        Was die Aufprallenergie betrifft: hier müssten Sie aber konsequenterweise auch berücksichtigen, dass der Schlag mit Handschuh schon nicht die Schubenergie besitzen kann, wie der Schlag mit der blanken Faust. Darüber hinaus dürfen Sie auch die Absorbtion durch den Sand selbst nicht vernachlässigen.

        Die Frage, ob ein Gegenstand ein gefährliches Werkzeug ist, bemisst sich alleine danach, ob er nach seiner objektiven Beschaffenheit und der Art seiner konkreten Verwendung geeignet ist, erhebliche körperliche Verletzungen hervorzurufen. Und das ist bei einem Quarzsandhandschuh schlichtweg nicht der Fall (siehe dazu gerade auch das BKA-Gutachten).

        • @Sebastian Schneiter

          Die Eigenschaft, dass sich die Sandfüllung beim ballen der Faust verdichtet und somit „steinhart“ wird, hat man hier völlig außer acht gelassen. Ein schlag mit einem Quarzsandhandschuh hat eine sehr viel verheerendere Wirkung, ähnlich wie bei einem Schlagring.

          Somit wäre der Handschuh aufgrund seiner objektiven Beschaffenheit und der Art seiner Benutzung (durchaus) dazu konkret geeignet, eine erbliche Verletzung hervorzurufen. Hier wären das Brüche im Gesicht, die ohne den Handschuh nicht entstanden wären.

          • Vorab: Ich bin hier gelandet, weil ich den Begriff „Quarzhandschuh“ in den letzten beiden Tagen zwei Mal gehört habe. Bisher waren mir die Dinger komplett unbekannt.

            Ich sehe das aber ähnlich wie der Herr „nickname“. Ich halte das vergleichbar mit Sicherheitsschuhen, die ja mit Stahlkappe versehen sind (ich trag die Dinger zum Arbeiten). Wenn ich damit irgendwo gegentrete (z.B. alte Schrankwände, die sich nicht trennen lassen), dann habe ich schon allein deswegen weniger Hemmungen beim Tritt, weil ich weiß, dass ich mich nicht verletzen werde (Stahlkappe, durchtrittsichere Sohle, rutschfest). Beim Quarzhandschuh wird es nicht anders sein …

            Die Dinger waren mit bisher kein Begriff, aber als ich das jetzt gelesen habe, war ich schon erstaunt .. ich meine: die Dinger werden für nichts anderes um beim Schlagen die eigenen Hände zu schützen. Und Kupferkessel wurde damit ja nun früher nicht rundgeklopft, oder?

          • Dass ein Schlag mit einem Quarzhanschuh eine Wirkung hat wie ein Schlag mit einem Schlagring gehört ganz klar in den Bereich der Mythen und Fabeln. Niemals kann durch einen Quarzhandschuh ein Knochenbruch verursacht werden, der durch denselben Schlag mit der blanken Faust nicht ohnehin entstanden wäre.

            Natürlich wird der Sand beim Schlag verdichtet. Aber genau das führt ja dazu, dass der Schlag auf einer viel größeren Fläche auftrifft und die Energie sich entsprechend gleichmäßig verteilt, während beim Schlag mit der blanken Faust einzelne harte Fingerknöchel auftreffen, was definitiv eine deutlich höhere Gefahr birgt, als der Schlag mit dem Quarzhandschuh.

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